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Barricades mystérieuses à Paris
Tuesday, July 28, 2009
Die unmögliche Gemeinschaft
Saturday, July 18, 2009
Liebe Freunde gescheiterter Zeitschriftenpläne, mein Buch zur Revue Internationale ist endlich lieferbar! Es kann zum Preis von 22.50 € im Buchladen Ihres Vertrauens bestellt werden oder bei allen Internetbuchhändlern (z.B. hier) oder, versandkostenfrei, beim Kadmos-Verlag selbst (der sich freut, wenn ihm Amazon nicht die Hälfte des Kuchens wegfuttert).
Bonne lecture!
Und darum geht es laut Verlag:
Die unmögliche Gemeinschaft
Maurice Blanchot, die Gruppe der rue Saint-Benoît und die Idee einer internationalen Zeitschrift um 1960
Cosmopolites de tous les pays, encore un effort. Jacques Derrida
Zwischen 1961 und 1963 versuchen sich zwanzig europäische Autoren, darunter Hans Magnus Enzensberger, Uwe Johnson und Elio Vittorini, an einer im wahrsten Sinne des Wortes unerhörten Zeitschrift: Von den Schriftstellern gemeinsam erstellt und verantwortet, mit inhaltsidentischen Ausgaben in mehreren Sprachen, soll das konsequent internationale Vorhaben den Beteiligten neue Möglichkeiten zur Intervention in den Lauf der Dinge schaffen. Auf dem Spiel steht, wenigstens für die französischen Initiatoren um Maurice Blanchot und Dionys Mascolo, nicht weniger als die Vorwegnahme einer kommenden Gemeinschaft im Medium einer politisch-literarischen Zeitschrift. Es blieb bei einem Plan, dessen Realisierung bis heute aussteht:
Das Scheitern unseres Projektes der internationalen Zeitschrift hat nicht bewiesen, dass es eine Utopie war. Was nicht gelingt, bleibt doch nötig. Maurice Blanchot
Roman Schmidt rekonstruiert die in Deutschland wenig bekannte Geschichte der namenlos gebliebenen Revue Internationale und geht dabei vor allem auf die Veränderungen im intellektuellen Feld Frankreichs in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre ein. So entsteht nicht nur eine Studie zu einem der radikalsten publizistischen Konzepte des 20. Jahrhunderts, sondern en passant auch ein Portrait der Pariser nichtorthodoxen Linken zwischen Libération und Algerienkrieg.
Mit einem Vorwort von Frank Berberich, Lettre International
Kulturverlag Kadmos
176 Seiten, 15 x 23 cm, broschiert (Kaleidogramme Bd. 45)
ISBN: 978-3-86599-084-6
Noch bis Mittwoch: Arte+7 zeigt Doku zur Welt der Illustrierten
Saturday, July 18, 2009
Arte+7 hält noch bis Mittwoch abend eine Doku im Archiv, die, furchtbar kitschig, idealisierend und anachronistisch, gerade deshalb Einblick in die Pariser, v.a. aber New Yorker Welt der großen Zeitschriften und ihrer Konzerne (Hearst, Time inc., Condé Nast) gewährt. Von Life und Time zu Vanity Fair, Cosmopolitan, Playboy und Paris Match dürfen alle routiniert ihre condition humaine-Reden ins Mikrofon diktieren, dann kommen Ms. und Rolling Stone für die Gegenkultur dran und kein Roland Barthes macht sich dabei noch Notizen. Wir erlernen, recht amüsiert, die Sitzordnung der Branche im New Yorker Restaurant “Michael’s” und irgendwann wird klar, dass hier ein Stück in Endlosschleife weiterläuft, dem der Weltbezug längst (wann eigentlich?) abhandengekommen ist.
Roland, Arno, Frank und Wolfgang zu Besuch bei Jürgen
Wednesday, June 24, 2009
Öfter mal ins Archiv. Zum Beispiel zu Habermas’ Achtzigstem, dank des taz-Archivs, das ein Gespräch mit ihm wieder zugänglich gemacht hat. Es stammt vom Oktober 1980, ist souveräne vier Zeitungsseiten lang (erster Hinweis auf eine andere Epoche) und endet so: “Das Interview machten Roland, Arno, Frank von der taz und Wolfgang Kraushaar” (zweiter Hinweis). Inzwischen ist Arno Widmann, nach Stationen bei Vogue, Zeit und Berliner Zeitung, Feuilletonchef der FR und Frank Berberich leitet seit 20 Jahren Lettre International. Beide haben Anrecht auf ihre vollen Namen, was 1980 nur Wolfgang zustand. Von Roland weiß ich nichts, nur dass auch er seinen Nachnamen wiedergefunden hat (Schaefer).
Das Gespräch mit Jürgen fand statt kurz nachdem er seine vielbeachtete Adorno-Preisrede “Die Moderne – ein unvollendetes Projekt” gehalten hatte, die einen heftigen Streit über die Rolle des Poststrukturalismus (Irrationalismus? Totengräber der Aufklärung? etc.) vom Zaun brach. Derlei ist auch hier zwischen den Zeilen herauszulesen, aber doch über Kaffee und Kuchen im Starnberger Max-Planck-Institut recht freundlich aufgelockert. Nur an einer Stelle wird deutlich, wie gut die Käseglocke über der BRD-Linken 1980 noch abdichtete, wenn Habermas über Bataille bescheidet (dritter Hinweis):
“Was [bei Adorno und Horkheimer], immer noch mit den Intentionen der Aufklärung verbunden, als Gegensatz der Mimesis – als sozusagen verlorene Einheit der Vernunft – in indirekter Rede eingeführt worden war, das wird jetzt affirmativ gewendet, das heißt jetzt “Souveränität” bei Bataille. Lesen Sie mal nach, was der Gute unter Souveränität versteht, ja mein Gott, darüber kann man doch kaum mehr einen vernünftigen Satz sprechen.”
Sympatisch vor diesem Hintergrund die Selbstkasteiung der Befrager, die ihr Gespräch mit Jürgen, sozusagen “affirmativ gewendet”, überschrieben: “Vier Jungkonservative beim Projektleiter der Moderne”.
Hier in voller Länge zum Download.
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Nachtrag. Vor dem Hintergrund der Europawahlergebnisse noch ein Zitat aus dem Interview:
taz: “… Welches Interesse verknüpfen Sie mit der Alternativbewegung. Sie haben ja in ihrer Rede über die Moderne einiges angesprochen.”
Habermas: “Die Alternativbewegung kann ein erhebliches Verhinderungspotential haben, wenn ihr handlungsfähiger Teil eine kluge Politik macht und sich auch publizistisch präsent und sichtbar hält. Dann kann sie direkt ins politische System hineinwirken, nicht nur indirekt über den Einstellungswandel, der ja auch durch sehr diffuse Kanäle geht. Besonders and den Bruchstellen innerhalb der Parteien könnte sie wirken. Vielleicht gibt es dann einmal eine Situation geben (sic), in der die Sozialdemokraten Rücksicht nehmen müßten auf einen grünen oder linken Flügel.”
Das war 1980. Und nun das Wahlergebnis hier aus Paris (Stadt Paris, 75) bei den Europawahlen 2009 (vierter und letzter Hinweis):
Parti Socialiste (Sozialdemokraten): 14,69 % (2004: 26,9 %); Europe Ecologie (Grüne): 27,5 % (2004: 10,5 %).
Warum der Economist so erfolgreich ist…
Monday, June 22, 2009
…erklärt Michael Hirschorn in einem lesenswerten Text im Atlantic monthly.
Zudem auf der Website: ein kurzes Gespräch anlässlich des Artikels.
