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	<title>Papier Machine &#187; Lettre International</title>
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		<title>Roland, Arno, Frank und Wolfgang zu Besuch bei Jürgen</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Jun 2009 10:59:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roman Schmidt</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Öfter mal ins Archiv. Zum Beispiel zu Habermas&#8217; Achtzigstem, dank des taz-Archivs, das ein Gespräch mit ihm wieder zugänglich gemacht hat. Es stammt vom Oktober 1980, ist souveräne vier Zeitungsseiten lang (erster Hinweis auf eine andere Epoche) und endet so: &#8220;Das Interview machten Roland, Arno, Frank von der taz und Wolfgang Kraushaar&#8221; (zweiter Hinweis). Inzwischen ist Arno Widmann, nach Stationen bei Vogue, Zeit und Berliner Zeitung, Feuilletonchef der FR und Frank Berberich leitet seit 20 Jahren <a href="http://www.lettre.de">Lettre International</a>. Beide haben Anrecht auf ihre vollen Namen, was 1980 nur Wolfgang zustand. Von Roland weiß ich nichts, nur dass auch er seinen Nachnamen wiedergefunden hat (Schaefer).</p>
<p>Das Gespräch mit Jürgen fand statt kurz nachdem er  seine vielbeachtete Adorno-Preisrede &#8220;Die Moderne – ein unvollendetes Projekt&#8221; gehalten hatte, die einen heftigen Streit über die Rolle des Poststrukturalismus (Irrationalismus? Totengräber der Aufklärung? etc.)  vom Zaun brach. Derlei ist auch hier zwischen den Zeilen herauszulesen, aber doch über Kaffee und Kuchen im Starnberger Max-Planck-Institut recht freundlich aufgelockert. Nur an einer Stelle wird deutlich, wie gut die Käseglocke über der BRD-Linken 1980 noch abdichtete, wenn Habermas über Bataille bescheidet (dritter Hinweis):</p>
<blockquote><p>&#8220;Was [bei Adorno und Horkheimer], immer noch mit den Intentionen der Aufklärung verbunden, als Gegensatz der Mimesis &#8211; als sozusagen verlorene Einheit der Vernunft – in indirekter Rede eingeführt worden war, das wird jetzt affirmativ gewendet, das heißt jetzt &#8220;Souveränität&#8221; bei Bataille. Lesen Sie mal nach, was der Gute unter Souveränität versteht, ja mein Gott, darüber kann man doch kaum mehr einen vernünftigen Satz sprechen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Sympatisch vor diesem Hintergrund die Selbstkasteiung der Befrager, die ihr Gespräch mit Jürgen, sozusagen &#8220;affirmativ gewendet&#8221;, überschrieben: &#8220;Vier Jungkonservative beim Projektleiter der Moderne&#8221;.</p>
<p><a href="http://www.taz.de/taz/pdf/habermastaz.pdf">Hier in voller Länge zum Download</a>.</p>
<p>//</p>
<p>Nachtrag. Vor dem Hintergrund der Europawahlergebnisse noch ein Zitat aus dem Interview:</p>
<blockquote><p>taz: &#8220;&#8230; Welches Interesse verknüpfen Sie mit der Alternativbewegung. Sie haben ja in ihrer Rede über die Moderne einiges angesprochen.&#8221;</p>
<p>Habermas: &#8220;Die Alternativbewegung kann ein erhebliches Verhinderungspotential haben, wenn ihr handlungsfähiger Teil eine kluge Politik macht und sich auch publizistisch präsent und sichtbar hält. Dann kann sie direkt ins politische System hineinwirken, nicht nur indirekt über den Einstellungswandel, der ja auch durch sehr diffuse Kanäle geht. Besonders and den Bruchstellen innerhalb der Parteien könnte sie wirken. Vielleicht gibt es dann einmal eine Situation geben (sic), in der die Sozialdemokraten Rücksicht nehmen müßten auf einen grünen oder linken Flügel.&#8221;</p></blockquote>
<p>Das war 1980. Und nun das Wahlergebnis hier aus Paris (Stadt Paris, 75) bei den Europawahlen 2009 (vierter und letzter Hinweis):</p>
<p>Parti Socialiste (Sozialdemokraten): 14,69 % (2004: 26,9 %); Europe Ecologie (Grüne): 27,5 % (2004: 10,5 %).</p>
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