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	<title>Papier Machine &#187; media change</title>
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		<title>Mais où va la presse ? Starr, Benkler, Massing</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Jul 2009 14:31:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roman Schmidt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kürzlich hatte ich Gelegenheit mich anlässlich einer Sondernummer des Courrier International zur Lage des Nachrichtenjournalismus (&#8220;Mais où va la presse ?&#8220;) durch die schwer überschaubare Menge an aktuellen Analysen zum Thema zu arbeiten. Rückblickend scheint mir ein guter weil problemöffnender Einstiegspunkt ein Text von Paul Starr aus The New Republic vom März. Starr macht gegenwärtig [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium wp-image-190" title="Mais où va la presse ?" src="http://rs.paqc.net/wp-content/uploads/2009/07/Couv972-228x300.gif" alt="Mais où va la presse ?" width="228" height="300" />Kürzlich hatte ich Gelegenheit mich anlässlich einer Sondernummer des <em><a href="http://www.courrierinternational.com">Courrier International</a></em> zur Lage des Nachrichtenjournalismus (&#8220;<a href="http://www.courrierinternational.com/magazine/2009/972-numero-special-mais-ou-va-la-presse">Mais où va la presse ?</a>&#8220;) durch die schwer überschaubare Menge an aktuellen Analysen zum Thema zu arbeiten. Rückblickend scheint mir ein guter weil problemöffnender Einstiegspunkt ein Text von <a href="http://www.princeton.edu/~starr/">Paul Starr</a> aus <a href="http://www.tnr.com/"><em>The New Republic</em></a> vom März. Starr macht gegenwärtig als Mitherausgeber des <a href="http://www.prospect.org/"><em>American Prospect</em></a> vor allem in der amerikanischen Debatte zur Gesundheits- und Sozialreform von sich reden, er ist aber auch ein brillianter Historiker der Zeitungs-Ära (ich empfehle sein 2004 erschienenes Buch <em><a href="http://www.princeton.edu/~starr/CreationoftheMedia/Media.html">The Creation Of The Media</a>, </em>das bisher leider nicht übersetzt ist). Starr rekonstruiert die regionale Tageszeitung als den Ort an dem, finanziert durch lokale Anzeigen, ein investigativer Text veröffentlicht und seine &#8220;zufällige&#8221; Rezeption möglich wurde (etwa: Herr Kaschulke stolpert auf dem Weg zum Sportteil über eine Reportage zu Korruption in der Stadtverwaltung). Das gibt den Ton vor für seinen Artikel <a href="http://www.tnr.com/politics/story.html?id=a4e2aafc-cc92-4e79-90d1-db3946a6d119"><span>&#8220;Goodbye to the Age of Newspapers (Hello to a New Era of Corruption)&#8221;</span></a>, der sich aus aktuellem Anlass mit den Effekten des Medienwandels (vulgo: Zeitungssterben) beschäftigt. Starr vertritt hier die These, dass der Verlust der alten Watchdogs (Korrespondenten, Parlamentsberichterstatter, Lokalredaktionen) durch die jungen Web-Initiativen nicht kompensiert werden kann und somit der Demokratie ein irreparabler Schaden droht.</p>
<p style="text-align: center;">* * *</p>
<p>Das sieht der Netzwerkspezialist und Internettheoretiker <a href="http://www.benkler.org/">Yochai Benkler</a> naturgemäß anders. Sein Antwortbrief auf Starr (&#8220;<a href="http://www.tnr.com/politics/story.html?id=c84d2eda-0e95-42fe-99a2-5400e7dd8eab"><span>A New Era of Corruption?</span></a>&#8220;) bringt die künftige Medienlandschaft auf fünf Punkte:</p>
<ol>
<li><em>Surviving elements of the old system, changed</em>.</li>
<li><em>Small-scale commercial media</em>.</li>
<li><em>New, volunteer-driven party presses</em>.</li>
<li><em>Newly effective nonprofits</em>.</li>
<li><em>Individuals in networks.</em></li>
</ol>
<p>Nicht ein neues Leitmedium werde das alte ablösen, sondern ein Medienverbund mit zahlreichen Einzelakteuren, die durch &#8220;attention backbones&#8221; punktuell an größere Öffentlichkeiten angebunden werden können. Benklers Text ist, nebenbei bemerkt, auch eine Linkliste, mithin ein gutes Beispiel.</p>
<p style="text-align: center;">* * *</p>
<p>Etwas unerwartet wird dieser Faden in der letzten Ausgabe der <em><a href="http://www.nybooks.com/">New York Review of Books</a></em> von <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Michael_Massing">Michael Massing</a> aufgegriffen, der deutschen Lesern vor allem durch seine Texte in <a href="http://www.lettre.de"><em>Lettre International</em></a> bekannt ist. Unter dem Titel <a href="http://www.nybooks.com/articles/22960">&#8220;The News About the Internet&#8221;</a> hat er eine  Tour durch die Blogosphäre unternommen und kehrt mit eher erfreulichen Ergebnissen zurück.</p>
<p>Doch auch Massing beginnt zunächst mit schlechten Zahlen. Rund 26.000 Stellen habe die amerikanische Presse in den letzten anderthalb Jahren verloren. Die Schwelle bis zu der in Redaktionen gekürzt werden konnte ohne an die Substanz der Berichterstattung zu rühren sei längst überschritten. Im Ergebnis, gibt Massing das Credo der Zeitungsindustrie wieder, liege damit die (für immaterielle Güter) paradoxe Situation vor, dass Qualitätsjournalismus immer rarer werde, obwohl die Nachfrage steige. Den bloggenden Aggregatoren und Kommentatoren gelinge es immer besser, die Arbeit der Massenmedien zusammenzufassen und auf sie aufzubauen, ohne jedoch etwas an den Urheber zurückzugeben (<em>Nam tua res agitur…</em>). Zum Verhältnis von Web und Print wird David Simon, der Autor und Produzent von <a href="http://www.hbo.com/thewire/"><em>The Wire</em></a>, zitiert:</p>
<blockquote><p>In short, the parasite is slowly killing the host.</p></blockquote>
<p>Davon war in letzter Zeit oft die Rede, denn der Parasit hat schlechte Presse (<a href="http://www.suhrkamp.de/buecher/der_parasit-michel_serres_28277.html">zur Hülfe</a>, Serres!). Doch Massing belässt es nicht dabei, und das macht die Stärke seines Textes aus. Stärker als in früheren Beiträgen verteidigt er inzwischen die Fähigkeit der neuen Journalismusformen, originäre Beiträge zum gesellschaftlichen Diskurs zu leisten:</p>
<blockquote><p>The practice of journalism, far from being leeched by the Web, is being reinvented there, with a variety of fascinating experiments in the gathering, presentation, and delivery of news. And unless the editors and executives at our top papers begin to take note, they will hasten their own demise.</p></blockquote>
<p>Nach einer, leider US-lastigen, Genealogie der unterschiedlichen Formen des Bloggens, von <a href="http://slate.com/blogs/blogs/kausfiles/">Mickey Kaus</a> und <a href="http://andrewsullivan.theatlantic.com/">Andrew Sullivan</a>, über <a href="http://www.talkingpointsmemo.com/"><em>TPM</em></a> und <a href="http://www.propublica.org/"><em>Pro publica</em></a>, bis zu einigen <em>local heroes</em> für speziellere Teilöffentlichkeiten, kommt Massing auf einige Problem des Bloggens zu sprechen:</p>
<blockquote><p>&#8220;The one nut we&#8217;ve never fully cracked is how to do long-form journalism online,&#8221; says Jacob Weisberg, the former editor of Slate. &#8220;Doing <em>New Yorker</em> -type pieces on-line doesn&#8217;t work.&#8221;</p></blockquote>
<p>Das sind freilich keine unlösbaren Probleme: <em>Slate</em>-Autoren etwa bekommen offenbar sechs Wochen frei, um an größeren Projekten zu arbeiten. <em>Youtube</em> hat ein <a href="http://www.youtube.com/reporterscenter">Training-Center</a> eingerichtet, um seinen Handycam-Reportern das 1&#215;1 der journalistischen Praxis nahezulegen, die <a href="http://www.huffingtonpost.com/"><em>Huffington Post</em></a> richtet einen<a href="http://www.huffingtonpost.com/arianna-huffington/announcing-the-launch-of-_b_180543.html"> Fonds für investigative Reportagen</a> ein, und so weiter. Massing ist überzeugt, dass wir an diesen Initiativen einen fundamentalen Wandel der Nachrichtenlandschaft ablesen können und zitiert, wie man das in solchen Fällen tut, das <a href="http://www.journalism.org/"><em>Pew Research Project for Excellence in Journalism</em></a>. Im aktuellen <a href="http://www.stateofthemedia.org/2009/narrative_overview_majortrends.php?media=1cat=1">Jahresbericht</a> heisst es:</p>
<blockquote><p>Power is shifting to the individual journalist and away, by degrees, from journalistic institutions&#8230;. Through search, e-mail, blogs, social media and more, consumers are gravitating to the work of individual writers and voices, and away somewhat from institutional brand. Journalists who have left legacy news organizations are attracting funding to create their own websites&#8230;. Experiments like GlobalPost are testing whether individual journalists can become independent contractors offering reporting to various sites, in much the way photographers have operated for years at magazines.</p></blockquote>
<p>In gewisser Weise, möchte man anfügen, kehrt der Journalismus damit zu seinen Ursprüngen zurück. Und Massing liest es als Demokratisierung, doch nicht ohne die noch offene machtpolitische Masterfrage in einen Cliffhanger umzuwandeln:</p>
<blockquote><p>Needless to say, traditional news organizations continue to play a critical part in keeping the public informed. But can they adapt to the rapidly changing news environment? And who is going to pay for quality news and information in the future? I hope to address both subjects in a subsequent piece.</p></blockquote>
<p>Wir bleiben dran.</p>
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		<title>Die unmögliche Gemeinschaft</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Jul 2009 18:23:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roman Schmidt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Liebe Freunde gescheiterter Zeitschriftenpläne, mein Buch zur Revue Internationale ist endlich lieferbar! Es kann zum Preis von 22.50 € im Buchladen Ihres Vertrauens bestellt werden oder bei allen Internetbuchhändlern (z.B. hier) oder, versandkostenfrei, beim Kadmos-Verlag selbst (der sich freut, wenn ihm Amazon nicht  die Hälfte des Kuchens wegfuttert). Bonne lecture! Und darum geht es laut [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://rs.paqc.net/wp-content/uploads/2009/07/buchcover.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-146" title="Die unmögliche Gemeinschaft" src="http://rs.paqc.net/wp-content/uploads/2009/07/buchcover-194x300.jpg" alt="Die unmögliche Gemeinschaft" width="194" height="300" /></a>Liebe Freunde gescheiterter Zeitschriftenpläne, mein Buch zur <em>Revue Internationale </em>ist endlich lieferbar! Es kann zum Preis von 22.50 € im Buchladen Ihres Vertrauens bestellt werden oder bei allen Internetbuchhändlern (z.B. <a href="http://www.buecher.de/shop/Buecher/Die-unmoegliche-Gemeinschaft/Schmidt-Roman/products_products/detail/prod_id/25730635/lfa/quicksearch-index-1-titel/">hier</a>) oder, versandkostenfrei, <a href="http://ssl.einsnull.com/paymate/search.php?vid=5&amp;aid=2422">beim Kadmos-Verlag selbst</a> (der sich freut, wenn ihm Amazon nicht  die Hälfte des Kuchens wegfuttert).</p>
<p>Bonne lecture!</p>
<p>Und darum geht es laut Verlag:</p>
<p><strong>Die <em>un</em>mögliche Gemeinschaft<br />
Maurice Blanchot, die Gruppe der rue Saint-Benoît und die Idee einer internationalen Zeitschrift um 1960</strong></p>
<blockquote><p>Cosmopolites de tous les pays, encore un effort. <em>Jacques Derrida </em></p></blockquote>
<p>Zwischen 1961 und 1963 versuchen sich zwanzig europäische Autoren, darunter Hans Magnus Enzensberger, Uwe Johnson und Elio Vittorini, an einer im wahrsten Sinne des Wortes unerhörten Zeitschrift: Von den Schriftstellern gemeinsam erstellt und verantwortet, mit inhaltsidentischen Ausgaben in mehreren Sprachen, soll das konsequent internationale Vorhaben den Beteiligten neue Möglichkeiten zur Intervention in den Lauf der Dinge schaffen. Auf dem Spiel steht, wenigstens für die französischen Initiatoren um Maurice Blanchot und Dionys Mascolo, nicht weniger als die Vorwegnahme einer kommenden Gemeinschaft im Medium einer politisch-literarischen Zeitschrift. Es blieb bei einem Plan, dessen Realisierung bis heute aussteht:</p>
<blockquote><p>Das Scheitern unseres Projektes der internationalen Zeitschrift hat nicht bewiesen, dass es eine Utopie war. Was nicht gelingt, bleibt doch nötig. <em>Maurice Blanchot</em></p></blockquote>
<p>Roman Schmidt rekonstruiert die in Deutschland wenig bekannte Geschichte der namenlos gebliebenen Revue Internationale und geht dabei vor allem auf die Veränderungen im intellektuellen Feld Frankreichs in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre ein. So entsteht nicht nur eine Studie zu einem der radikalsten publizistischen Konzepte des 20. Jahrhunderts, sondern en passant auch ein Portrait der Pariser nichtorthodoxen Linken zwischen Libération und Algerienkrieg.</p>
<p>Mit einem Vorwort von Frank Berberich, <a href="http://www.lettre.de">Lettre International</a><br />
Kulturverlag Kadmos<br />
176 Seiten, 15 x 23 cm, broschiert (Kaleidogramme Bd. 45)<br />
ISBN: 978-3-86599-084-6</p>
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		<title>Noch bis Mittwoch: Arte+7 zeigt Doku zur Welt der Illustrierten</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Jul 2009 18:20:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roman Schmidt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Arte+7 hält noch bis Mittwoch abend eine Doku im Archiv, die, furchtbar kitschig, idealisierend und anachronistisch, gerade deshalb Einblick in die Pariser, v.a. aber New Yorker Welt der großen  Zeitschriften und ihrer Konzerne (Hearst, Time inc., Condé Nast) gewährt. Von Life und Time zu Vanity Fair, Cosmopolitan, Playboy und Paris Match dürfen alle routiniert ihre [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://plus7.arte.tv">Arte+7</a> hält noch bis Mittwoch abend eine <a href="http://plus7.arte.tv/de/detailPage/1697660,CmC=2753792,scheduleId=2709596.html">Doku im Archiv</a>, die, furchtbar kitschig, idealisierend und anachronistisch, gerade deshalb Einblick in die Pariser, v.a. aber New Yorker Welt der großen  Zeitschriften und ihrer Konzerne (Hearst, Time inc., Condé Nast) gewährt. Von <em>Life</em> und <em>Time</em> zu <em>Vanity Fair</em>, <em>Cosmopolitan</em>, <em>Playboy</em> und <em>Paris Match</em> dürfen alle routiniert ihre <em>condition humaine-</em>Reden ins Mikrofon diktieren, dann kommen <em>Ms. </em>und <em>Rolling Stone</em> für die Gegenkultur dran und kein Roland Barthes macht sich dabei noch Notizen. Wir erlernen, recht amüsiert, die Sitzordnung der Branche im New Yorker Restaurant &#8220;<a href="http://www.michaelsnewyork.com/">Michael&#8217;s</a>&#8221; und irgendwann wird klar, dass hier ein Stück in Endlosschleife weiterläuft, dem der Weltbezug längst (wann eigentlich?) abhandengekommen ist.</p>
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		<title>Roland, Arno, Frank und Wolfgang zu Besuch bei Jürgen</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Jun 2009 10:59:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roman Schmidt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Öfter mal ins Archiv. Zum Beispiel zu Habermas&#8217; Achtzigstem, dank des taz-Archivs, das ein Gespräch mit ihm wieder zugänglich gemacht hat. Es stammt vom Oktober 1980, ist souveräne vier Zeitungsseiten lang (erster Hinweis auf eine andere Epoche) und endet so: &#8220;Das Interview machten Roland, Arno, Frank von der taz und Wolfgang Kraushaar&#8221; (zweiter Hinweis). Inzwischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Öfter mal ins Archiv. Zum Beispiel zu Habermas&#8217; Achtzigstem, dank des taz-Archivs, das ein Gespräch mit ihm wieder zugänglich gemacht hat. Es stammt vom Oktober 1980, ist souveräne vier Zeitungsseiten lang (erster Hinweis auf eine andere Epoche) und endet so: &#8220;Das Interview machten Roland, Arno, Frank von der taz und Wolfgang Kraushaar&#8221; (zweiter Hinweis). Inzwischen ist Arno Widmann, nach Stationen bei Vogue, Zeit und Berliner Zeitung, Feuilletonchef der FR und Frank Berberich leitet seit 20 Jahren <a href="http://www.lettre.de">Lettre International</a>. Beide haben Anrecht auf ihre vollen Namen, was 1980 nur Wolfgang zustand. Von Roland weiß ich nichts, nur dass auch er seinen Nachnamen wiedergefunden hat (Schaefer).</p>
<p>Das Gespräch mit Jürgen fand statt kurz nachdem er  seine vielbeachtete Adorno-Preisrede &#8220;Die Moderne – ein unvollendetes Projekt&#8221; gehalten hatte, die einen heftigen Streit über die Rolle des Poststrukturalismus (Irrationalismus? Totengräber der Aufklärung? etc.)  vom Zaun brach. Derlei ist auch hier zwischen den Zeilen herauszulesen, aber doch über Kaffee und Kuchen im Starnberger Max-Planck-Institut recht freundlich aufgelockert. Nur an einer Stelle wird deutlich, wie gut die Käseglocke über der BRD-Linken 1980 noch abdichtete, wenn Habermas über Bataille bescheidet (dritter Hinweis):</p>
<blockquote><p>&#8220;Was [bei Adorno und Horkheimer], immer noch mit den Intentionen der Aufklärung verbunden, als Gegensatz der Mimesis &#8211; als sozusagen verlorene Einheit der Vernunft – in indirekter Rede eingeführt worden war, das wird jetzt affirmativ gewendet, das heißt jetzt &#8220;Souveränität&#8221; bei Bataille. Lesen Sie mal nach, was der Gute unter Souveränität versteht, ja mein Gott, darüber kann man doch kaum mehr einen vernünftigen Satz sprechen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Sympatisch vor diesem Hintergrund die Selbstkasteiung der Befrager, die ihr Gespräch mit Jürgen, sozusagen &#8220;affirmativ gewendet&#8221;, überschrieben: &#8220;Vier Jungkonservative beim Projektleiter der Moderne&#8221;.</p>
<p><a href="http://www.taz.de/taz/pdf/habermastaz.pdf">Hier in voller Länge zum Download</a>.</p>
<p>//</p>
<p>Nachtrag. Vor dem Hintergrund der Europawahlergebnisse noch ein Zitat aus dem Interview:</p>
<blockquote><p>taz: &#8220;&#8230; Welches Interesse verknüpfen Sie mit der Alternativbewegung. Sie haben ja in ihrer Rede über die Moderne einiges angesprochen.&#8221;</p>
<p>Habermas: &#8220;Die Alternativbewegung kann ein erhebliches Verhinderungspotential haben, wenn ihr handlungsfähiger Teil eine kluge Politik macht und sich auch publizistisch präsent und sichtbar hält. Dann kann sie direkt ins politische System hineinwirken, nicht nur indirekt über den Einstellungswandel, der ja auch durch sehr diffuse Kanäle geht. Besonders and den Bruchstellen innerhalb der Parteien könnte sie wirken. Vielleicht gibt es dann einmal eine Situation geben (sic), in der die Sozialdemokraten Rücksicht nehmen müßten auf einen grünen oder linken Flügel.&#8221;</p></blockquote>
<p>Das war 1980. Und nun das Wahlergebnis hier aus Paris (Stadt Paris, 75) bei den Europawahlen 2009 (vierter und letzter Hinweis):</p>
<p>Parti Socialiste (Sozialdemokraten): 14,69 % (2004: 26,9 %); Europe Ecologie (Grüne): 27,5 % (2004: 10,5 %).</p>
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		<title>Warum der Economist so erfolgreich ist&#8230;</title>
		<link>http://rs.paqc.net/2009/06/warum-der-economist-so-erfolgreich-ist/</link>
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		<pubDate>Mon, 22 Jun 2009 16:03:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roman Schmidt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8230;erklärt Michael Hirschorn in einem lesenswerten Text im Atlantic monthly. Zudem auf der Website: ein kurzes Gespräch anlässlich des Artikels.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230;erklärt <span style="text-decoration: none;"><span>M</span>ichael <span>H</span>irschorn</span> in einem <a href="http://www.theatlantic.com/doc/200907/news-magazines">lesenswerten Text</a> im <a href="http://www.theatlantic.com">Atlantic monthly</a>.</p>
<p>Zudem auf der Website: ein kurzes Gespräch anlässlich des Artikels.<br />
<object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="486" height="412" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="name" value="flashObj" /><param name="bgcolor" value="#FFFFFF" /><param name="flashvars" value="videoId=26209727001&amp;playerId=1460906593&amp;viewerSecureGatewayURL=https://console.brightcove.com/services/amfgateway&amp;servicesURL=http://services.brightcove.com/services&amp;cdnURL=http://admin.brightcove.com&amp;domain=embed&amp;autoStart=false&amp;" /><param name="src" value="http://c.brightcove.com/services/viewer/federated_f8/1460906593" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="486" height="412" src="http://c.brightcove.com/services/viewer/federated_f8/1460906593" flashvars="videoId=26209727001&amp;playerId=1460906593&amp;viewerSecureGatewayURL=https://console.brightcove.com/services/amfgateway&amp;servicesURL=http://services.brightcove.com/services&amp;cdnURL=http://admin.brightcove.com&amp;domain=embed&amp;autoStart=false&amp;" bgcolor="#FFFFFF" name="flashObj"></embed></object></p>
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